Am Sonntag wird Belgerns Pfarrer Maik Hildebrandt ins Amt eingeführt


Artikel aus der Torgauer Zeitung vom 09.02.2012

Belgern (TZ). Nach der Verabschiedung von Pfarrer Tobias Krüger im Januar 2011 schrieb der Evangelische Kirchenkreis Torgau-Delitzsch die Pfarrstelle in Belgern neu aus. Über das Bewerbungsverfahren stellte sich auch Pfarrer Maik Hildebrandt vor und die Gemeinde sprach ihm ein positives Votum aus. TZ sprach mit ihm, bevor er am kommenden Wochenende offiziell sein Amt antritt.

TZ: Das Pfarrhaus in Belgern wird zurzeit frisch renoviert und saniert. Wo werden Sie bis zum Ende der Baumaßnahme zu finden sein?
Maik Hildebrandt:
Während der Bauphase in der Pfarrwohnung wohne ich in Triestewitz und hoffe, möglichst bald wieder umziehen zu können. Doch zunächst steht erst einmal meine Amtseinführung vor der Tür und diese findet am Sonntag, 12. Februar, um 14 Uhr in der St.-Bartholomäus-Kirche in Belgern statt.
Von Ringleben nach Belgern – was überwiegt? Abschiedsschmerz oder Vorfreude?
Ich freue mich sehr auf die neue Stelle, wenn auch der Abschied von der Pfarrstelle in Ringleben nicht einfach ist. Über 13 Jahre war ich dort tätig. Leider sanken die Gemeindegliederzahlen so stark, dass nun eine strukturelle Veränderung stattfinden muss, bei der wohl das Pfarramt Ringleben eine drastische Veränderung erfährt.
Also war das Ausschauhalten nach einer neuen Pfarrstelle angesagt?
Ja – irgendwann stellte ich mir die Aufgabe, nach neuen Ufern Ausschau zu halten. Die Pfarrstelle Belgern war 2011 im Amtsblatt unserer Landeskirche ausgeschrieben. Sie liegt zudem recht nahe an Dresden, dem Wohnort meines Mannes. So haben wir uns auf diese Stelle beworben und wurden im August 2011 von den Kirchenältesten genommen.
Mit welchen Plänen kommen Sie nun in die Rolandstadt?
Ich möchte sehr gerne für die Menschen Pfarrer sein, sie von der Wiege bis zur Bahre im Glauben begleiten, möchte mit ihnen Gottesdienste feiern, mit ihnen über den Glauben reden und versuchen, den Glauben für unsere heutige Zeit zur Sprache zu bringen. Ob es gelingt? Ich weiß, dass die Probleme in Belgern gar nicht so verschieden sind von den Problemen in Ringleben.
Wo werden Sie die Schwerpunkte in der Gemeindearbeit setzen?
Mission ist für mich zurzeit nicht das wichtigste Anliegen. Für mich ist es wichtig, dass die Gemeindeglieder wieder mehr ihrem eigenen Glauben trauen. Viele haben vergessen, dass sie Christen sind. Viele wissen nichts mehr von Kirche, Bibel oder Glauben. Viele haben das letzte Mal in der Konfirmandenzeit eine Bibel aufgeschlagen. Das liegt oft sehr lange zurück. Ob diese Bildungsarbeit klappt? Wenn das gelänge, wäre das wohl die beste Mission, weil Gemeinde dann ausstrahlen würde.
Dahinter verbirgt sich Ihr Glaubens-credo?
Ja – „Rede nie ungefragt über deinen Glauben. Aber lebe so, dass man dich fragt.“ Vielleicht könnte das eine Maxime sein, wozu man Christen bewegen könnte, Glauben und Leben in Einklang zu bringen.